Ukraine Sarny

Reisebericht Ukraine Sarny 16.-20. Januar 2018

 

„Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Weisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen…“

Um solch eine Gott wohlgefällig Dienst auszurichten, durften wir, eine neunköpfige Gruppe, nach Sarny, in die Ukraine fliegen um eine Witwenaktion durchzuführen. Dort angekommen wurden wir erstmal in der geräumigen Missionsschule herzlich empfangen und durften unsere Zimmer beziehen. Gleich am nächsten Morgen kamen ca. sechzig Witwen zusammen, um einen Gottesdienst zu feiern, der von einer Musikgruppe bereichert wurde. Besonders wichtig war es aber, dass die Witwen selbst die Möglichkeit bekamen Zeugnisse über Gottes wunderbare Hilfe in ihrem Leben zu erzählen und sich somit gegenseitig zu erbauen. So erzählte zum Beispiel eine Witwe, wie sie eines abends ihre Kerze, die in einem Plastikbecher stand, brennend auf den Tisch stehen ließ und übermüdet zu Bett ging. Plötzlich wurde sie nachts von einer Stimme geweckt, die ihr sagte, sie solle nach der Kerze schauen. Als die Witwe dorthin geeilt war, hatte der Tisch bereits Feuer gefangen. Gerade noch rechtzeitig konnte die Witwe den Brand verhindern. Sie war Gott sehr dankbar für sein wachendes Auge und seine schützende Hand über ihr Haus.

Auch während des gemeinsamen  Mittagessens wurden weitere Zeugnisse erzählt oder auch andere erbauliche Vorträge wurden gehalten. Die Witwen bekamen außerdem noch die Möglichkeit ihre geistlichen und materiellen Nöte auf einen Zettel zu schreiben. So konnte mit Hilfe der Spendengelder so einigen geholfen werden; egal ob es Holz für den Winter oder eine Herdplatte war oder auch das undichte Dach repariert werden konnte. Einige schrieben jedoch einfach davon, wie glücklich sie trotz ihrer Not seien und dankten Gott für seine Hilfe.

Im Anschluss daran wurde den Frauen noch Lebensmittelpakete und kleine Geschenke verteilt. Dank so manch einigen Spendern konnten sogar 20 neue Waschmaschinen an Bedürftige überreicht werden und es sollen noch 10 weitere folgen.

Am nächsten Tag hatten wir die Möglichkeit die Versammlung mit weiteren Witwen in Rowna durchzuführen. Wieder wurden erbauliche Zeugnisse oder Gedichte erzählt und auch dort wurden Notleidende mit Lebensmitteln und etwas Geld versorgt.

Abends waren wir dann sogar bei einer jungen Frau von 31 Jahren persönlich zu Besuch. Ihr Mann war gerade erst vor vier Monaten an einem grausamen Autounfall gestorben und hatte sie und ihre vier kleinen Kinder allein zurück gelassen. Man merkte ihr sehr stark an, dass die Wunden noch sehr tief waren und der Tod des Mannes noch sehr schmerzhaft. Der erste Eindruck, als wir das Haus betraten, war erschreckend, denn es stand ein Großteil noch im Rohbau. Die Witwe musste sich ihr Zimmer mit den vier Kindern teilen, weil die anderen Schlafräume nicht zu bewohnen waren. Trotzdem merkte man auch da, wie Gott die Seinen nicht alleine lässt und auch ihr schon Hilfe geschickt hatte. Besonders herzlich wurden wir von den vier Kleinen aufgenommen, die es wirklich genossen mit uns zu toben und zu spielen. Aber auch uns war es eine Freude, als wir merkten wie viel Segen wir durch unseren Besuch der Frau und auch besonders den Kindern brachten.

Das was wir gesehen und erlebt hatten war sicherlich kein Einzelfall und so könne mit Gottes Hilfe zurzeit bei dem Witwenprojekt in dieser Region ca. 145 Witwen betreut werden, doch die Zahl soll bald auf bis zu 300 wachsen. Möge Gott dieses Vorhaben segnen und auch noch viele helfende Hände und Herzen auf diesen Platz in seinem Erntefeld senden.

Da am darauf folgenden Tag in der Ukraine der Feiertag „Jesu Taufe“ war, gingen wir zum Gottesdienst, wo wir auch einige Lieder vortrugen. Dort sahen wir Gottes Wirken klar und deutlich, denn ca. 50 junge Seelen durften Buße vor Gott finden und Erneuerung erfahren. Dafür sei Gott wirklich der Dank  gebracht und auch für seinen Segen auf der ganzen Reise.